Chrissi’s World

Bombing for peace is like fucking for virginity…or wasting milk for appreciating it

Juni 17, 2008 · Kommentar schreiben

1Arbeit sollte angemessen bezahlt werden. Wenn deutsche Landwirte heutzutage ihre Milch wegkippen, dann rechtfertigen sie das damit, dass es um ihre Existenz, ums Überleben geht und darum, dass ihre Arbeit eben nicht angemessen bezahlt wird. Irgendwie verständlich. Aber eben auch nur irgendwie…

 Denn in Zeiten, in denen Menschen in anderen Ländern aufgrund von Lebensmittelkrisen ums Überleben kämpfen, ist es moralisch einfach nicht mehr vertretbar, täglich literweise Milch den Abguss runterzujagen. Nicht nur kostet das die Milchbauern pro Tag mehrere tausend Euro – schließlich muss die Produktion weiterlaufen – nein, sie fördern damit auch das Phänomen, dem sie eigentlich den Kampf angesagt haben: der Geringschätzung von Nahrung. Kann es wirklich mit rechten Dingen zugehen, wenn fünf Hähnchenfilets weniger kosten als eine halbe Schachtel Zigaretten und ein Liter Milch so viel wie eine halbe Stunde Parken? Wohl kaum. Vor allem, wenn man bedenkt, dass mit dem stetig steigendem Bevölkerungswachstum und der voranschreitenden Industrialisierung der Bedarf an Lebensmitteln explosionsartig wächst. Die Produktion kann da kaum mithalten. Folgen sind Massenviehhaltung und Genmanipulation. Schließlich wollen Verbaucher auf günstige Preise nicht verzichten. Doch wo fängt all das an und wo soll es irgendwann enden? Die Milchbauern haben vorerst erreicht, was sie wollten – die Discounter haben eingelenkt und zahlen wieder mehr. Grund, sich gegenseitig stolz auf die Schulter zu klopfen, haben die Landwirte deswegen lange nicht. Ihre Ziele haben sie auf eine Art und Weise durchgesetzt, die niemandem als Vorbild dienen sollte.

Kategorien: Gesellschaft
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