Chrissi’s World

Big wie big impression…

Juli 17, 2008 · 6 Kommentare

Da hatte Frau sich nun gerade daran gewöhnt – an das ständige Schimpfen über die Männer, an die Lobreden auf das Single-Dasein und an den bedauernden Blick für alle Frischverliebten. Und dann das: Ein Mann, der ihr komplett den Kopf vernebelt, völlig ohne Vorwarnung, ohne Bitten um Erlaubnis, einfach so und ungefragt….

Zwei Jahre als Single: Was Frau anfänglich noch als Einsamkeit empfinden mag, wird schon bald als Unabhängigkeit und Freiheit glorifiziert. Das Klettentum und das ständige WIR-Geschwafel der Pärchenfraktion wurde zum Turn-Off schlechthin. Die wussten doch nicht, wovon sie redeten, und was sie da taten schon gar nicht. Irgendwann würde sie die böse Trennung inklusive Rosenkrieg überraschen und dann würde die Single-Frau sich einmal aufs Neue auf die Schulter klopfen – „gut, dass du dir das nicht angetan hast“, würde sie sich bestätigt fühlen.

Unverhofft kommt oft. Bei diesem Spruch denken Frauen nach zwei Jahren ohne männlichen Anhang allerhöchstens noch an eine sündhaft hohe Telefonrechnung, einen abgebrochenen Fingernagel oder den Rotweinfleck auf dem Lieblingskleid. Männer waren schon lange keine Gefahrenzone für ungebetene Überraschungen mehr. Schließlich hatten wir sie durchschaut – diese gemeingefährlichen, hinterhältigen und nichtsnützigen Männer, die für nichts zu gebrauchen waren – außer Herzschmerz. „Bloß fernhalten“, lautete die Devise.

Die Gefahr des Bösen zu erkennen, ist relativ einfach. Wurde Mann erstmal zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt, sah Frau sich von allen Anfälligkeiten kurriert. Ein Lächeln zum Dahinschmelzen, ein Körper zum Anbeten? – das waren schon längst keine männlichen Attribute mehr, von denen sich die Single-Frau um den Finger wickeln ließ. Schließlich wusste sie, dass das schwanzgesteuerte und aufgeblasene Ego inklusive flacher Witze gleich mitgeliefert werden würde. Wer brauchte das schon? Genau: Niemand!

Geistreich, intelligent, aufmerksam, humorvoll und einfühlsam – das waren inzwischen Attribute, die gemeinsam mit dem Wort „Mann“ schlichtweg nicht in einen Satz passten. Es war einfach: Die dummen Anmachsprüche, die gierigen Männerhände, die sich im Club auf die eigenen Hüften verirrten und sofort mit angewiderten Blicken gestraft wurden, die flachen „Du bist so wunderschön“-Floskeln – all das brachte das Herz genauso wenig zum Erweichen wie ein Streichholz den Nordpol.

Doch plötzlich wurde es schwierig. Nämlich genau in dem Moment, als das Hassen nicht mehr so einfach erschien. Da war er – der Mann, den Carrie Bradshaw Mister Big taufen würde. Big für big impression. Und den hinterließ er tatsächlich – und zwar nicht mit seinem charmanten Lächeln, dem knackigem Hintern oder dem „War schön, dich zu treffen“-Spruch, sondern mit der geistreichen Unterhaltung, dem aufmerksamen Verhalten und einem Humor, der sich weder um Mantas, noch „dicke Dinger“ drehte.

Und so dauerte es nicht lange bis sich die Herzblut-Single-Frau plötzlich in der Rolle eines naiven Teenagers wiederfand. Nicht nur hätte es einen Tacker gebraucht, um ihr dummes Dauergrinsen zu beheben, nein – auch die Schmetterlinge im Bauch bescherten ihr ein Gefühl, als hätte sie gerade ein Kilogramm Zuckerwatte verdrückt. Manchmal wollte sie sich selbst ohrfeigen. Da saß sie nun – starrte Löcher in ihr Handy und kam eine Absage, hatte sie nichts Besseres zu tun, als ein „Oh nein…lass doch…“ zurückzutexten. „Komm schon – das bist doch nicht du selbst“, dachte sie sich. Wo war die unabhängige und Männern gegenüber gleichgültige, karrierfokusierte Single-Frau hin? Konnte es sein, dass genau die nun angefressen zu Hause saß, weil es mit dem Gute-Nacht-Kuss doch nichts werden sollte? Schließlich definierte sich das Wort „Kuss“ vor einigen Wochen noch einzig und allein über den unnötigen Austausch bakterienbeladener Körperflüssigkeiten. Es war unglaublich – dieser Mann hatte es geschafft – er hatte ein BIG hinterlassen – big wie big impression und wie big change und irgendwie fühlte es sich gar nicht so schlecht an…

Kategorien: Life · Love · Men · women
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6 Antworten bis hierher ↓

  • kristy4u // Juli 18, 2008 um 3:05 | Antworten

    Hi!

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  • Anonym // Juli 26, 2008 um 5:39 | Antworten

    Kennt er eigentlich deinen Blog? ;)

  • chrissi2411 // Juli 26, 2008 um 5:42 | Antworten

    Ne kennt er nicht – dann würd ich hier wohl auch nicht so ne quasi-Liebeserklärung-ach-du-bist-toll-Gesülze reinstellen – für sowas ist die Chrissi viel zu stolz…Männer können alles essen, aber nicht alles wissen ;)

  • Julius // August 20, 2008 um 2:41 | Antworten

    Wenn du den Link zu deinem Blog dick in dein StudiVZ Profil stellst, solltest du dich nicht wundern, wenn er es doch findet.

    Bis Samstag. ;)

  • chrissi2411 // August 20, 2008 um 2:52 | Antworten

    schätzlein, der ist nicht so ne spürnase wie du…darauf verwette ich meinen A**** und die hand pack ich gleich noch mit ins feuer – der herr hat besseres zu tun…

  • Thearcadier // September 28, 2008 um 2:22 | Antworten

    Irgendwie muss ich der Leküre auch dämlich grinsen, wieß nicht warum…

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