Während alle um ihr Geld bangen, lehnte sich mancher Student entspannt zurück – „Wer nichts hat, kann auch nichts verlieren“, dachte sich der Studikus. Schließlich karren die angehenden Akademiker nur im seltensten Fall die dicken Geldbündel zur Bank. Der typische Student kellnert, kauft bei Aldi, Penny & Co., feiert seine Partys mit 1,99€-Wein und das eigene Vermögen passt locker in die kleine Sportsocke – Großverdiener sehen anders aus. Doch jetzt geht es auch dem jungen Bildungsbürgertum an den Kragen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhöht den Zinssatz für Studienkredite auf 7,0 Prozent…
Die Zeiten, in denen das Studentenleben als lauer Lenz und schönste Zeit im Leben gepriesen werden konnte, sind vorbei. Inzwischen belasten Studiengebühren und Semesterbeiträge von insgesamt rund 700 Euro pro Semester das Budget eines Studenten in Nordrhein-Westfalen. Da heißt es ranhalten, denn in diesem Fall ist Zeit tatsächlich Geld – zumindest für jene, die nicht mehr von Mama und Papa durchgefüttert werden. Seminare, Vorlesungen, Hausarbeiten, Vorträge, Klausuren und dann auch noch diverse Nebenjobs. Das hält auf Dauer kein Mensch durch – vor allem dann nicht, wenn trotz all der Anstrengungen täglich Spagetti und Ketchup auf dem Teller landen, weil der große Geldsegen auf sich warten lässt.
Da möchte man das Studieren am liebsten ganz bleiben lassen. Doch was tut der ambitionierte Jungspross nicht alles für das „Dipl.“ oder „MA“ vor dem eigenen Namen. Immerhin erhöht das angeblich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Also leisten wir uns das, was wir uns eigentlich nicht mehr leisten können: Bildung. Institutionen, die gerne den Samariter spielen, gibt es zur Genüge. So reichte die KfW seit April 2006 insgesamt 42.000 Studenten die „helfende Hand“ in Form von Krediten. Damals lag der Zinssatz noch bei 5,2 Prozent. Doch die KfW behielt sich die Möglichkeit vor, die Zinssätze aller halben Jahre zu erhöhen und dass der Finanzmarkt ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, wissen wir inzwischen.
Wegen der Finanzkrise hat die KfW-Bank ihren Zinssatz für Studienkredite zum 1. Oktober auf 7,0 Prozent erhöht. Also sehen nun auch Studenten endlich die Geldberge aus dem Boden sprießen – in Form von Schulden. Das KfW-Darlehen verteuert sich im Vergleich zu den anfänglichen Konditionen von 2006 nun um bis zu 4500 Euro. Da sag noch mal einer, man könne einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen.

3 Antworten bis hierher ↓
thearcadier // Oktober 14, 2008 um 6:11 |
Es geht immer irgendwie noch doller, auch wenn man es schon fats nicht mehr glauben kann. Mich widert das nur noch an, wenn ich fast täglich irgend einen Schlaumeier sehe, der sich mal wieder medienwirksam über die Hartz4-Sätze auslässt, und den Leuten, die in diesem Land was bewegen wollen bzw müssen, die werden ausgelutscht wie Austern. Zum kotzen!!!
“Alle Maschinen stehen still…” « Der rote Hai // Oktober 14, 2008 um 8:06 |
[...] hab ich mir die Inspiration und einige Fakten bei Chrissie [...]
nigecus // September 30, 2009 um 4:49 |
Merke: Einmal Schulden immer Schulden.
Wie wäre es mit einem „Default Flashmob“? Ich meine in ein paar Jahren, damit es sich lohnt.
Merke: Man wird nicht „reich“, wenn man zu viele Rechnungen bereitwillig zahlt.