Chrissi’s World

Für dumm verkauft…

Oktober 17, 2008 · 1 Kommentar

Immer und immer wieder treten Oberhäuptling Angela und Berufs-Dagobert-Duck Peer auf, bevölkern alle Kanäle. Im Doppelpack versuchen sie uns gebetsmühlenartig zu verklickern, dass das 500 Milliarden Euro schwere Hilfspaket, das sie für die Banken locker gemacht haben, ja eigentlich gar nicht für die Banken ist, sondern für uns – die Bürger. Und weil sie sich das selbst nicht wirklich glauben, bekommen wir als Entschädigung auch etwas geschenkt. Wie beim Abschluss eines miesen Vertrages – da gibt’s den berühmten Kugelschreiber umsonst, auf den jeder getrost verzichten könnte…

500 Milliarden – das ist eine Hausnummer und zwar eine, mit der angeblich vor allem die Spareinlagen des kleinen Mannes gerettet werden sollen.  Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn natürlich wird zuerst einmal den Banken geholfen und es ist das Geld des Steuerzahlers, mit dem hier die Fehler diverser Manager teuer bezahlt werden. Weil auch Merkel, Steinbrück & Co. wissen, dass die Bevölkerung so naiv nun doch nicht ist, fahren sie die Strategie von Zuckerbrot und Peitsche. Und damit uns der Magen angesichts der Abermilliarden aus der Staatskasse nicht allzu sehr schmerzt, sollen die Erhöhung des Kindergeldes und die Senkung des Artbeitslosenversicherungsbeitrages als besänftigende Leckerli herhalten.

Von Besänftigung kann jedoch keine Rede sein. Real erhöht sich das Kindergeld um gestandene zehn Euro pro Monat. Während Familienministerin von der Leyen stolz davon spricht, dass dies nun reales Geld in den Taschen der Familien sei, können Eltern angesichts dieser Lachnummer wohl nur den Kopf schütteln. Zehn Euro reichen noch nicht mal für ein Schulbuch geschweigedenn für Schuhe oder einen Wintermantel für die Kleinen.  Viel wichtiger wäre es, dafür zu sorgen, dass endlich jedes Kind einen Krippenplatz bekommt.

Aber dafür hilft man jetzt zumindest jenen Familien, die es am nötigsten haben? Von wegen! Hartz-IV-Familien sollen zwar zu Schuljahresbeginn 100 Euro pro Kind erhalten, um davon Schul- und Unterrichtsmaterialien zu kaufen, dafür muss man aber wissen: Kindergeld und somit auch Kindergelderhöhungen werden vom Regelsatz abgezogen. Eine wahre Milchmädchenrechnung also.

Auch die Tatsache, dass der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung ab dem 1. Januar 2009 von derzeit 3,3 Prozent auf 2,8 Prozent sinkt, dürfte wohl kaum zu Freudentaumel führen – somal bereits klar ist, dass dieser ab Mitte 2010 wieder auf 3,0 Prozent steigen soll. Außerdem wird die Entlastung an anderer Stelle wieder aufgefressen – nämlich durch die Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, die durchschnittlich um 0,6 Prozentpunkte steigen sollen.

Der Staat verkauft uns für dumm, will uns wertlose Kugelschreiber als schillernde Werbegeschenke verkaufen. Doch welche Alternative gibt es beim“Friss oder Stirb“-Spielchen schon?

Bildquelle: getty images (AFP)

Kategorien: Gesellschaft
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1 Antwort bis hierher ↓

  • thearcadier // Oktober 17, 2008 um 1:04 | Antworten

    Huch! Der Artikel liest sich, als wenn da eine Art von Zorn mitschwingt…gut so, immer weiter! Ich glaube, dass das Problem bei den Menschen liegt, die an der Spitze des Staates stehen. Die behaupten zwar immer, dass ein Wahlkampf nur kurz vor der Wahl stattfindet, aber real tobt der immer. Und so werden zu jeder Zeit irgendwelche dummen Sprüche geklopft für die man dann natürlich auch krampfhaft eine Kamera suchen muss, weil sie ja sonst keiner hört. Gut, halbwegs intelligente Menschen wollen das vielleicht auch gar nicht hören, aber das ist was anderes…

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