Chrissi’s World

Uni(-)Sex: (Un)Tat oder Wahrheit?

Juni 16, 2009 · 1 Kommentar

uniUnisex – leuchtet jedem ein. Das ist das Parfum für Paul UND Paula, das Shirt für Jan UND Jana oder was auch immer. Aber Uni-Sex? Glaubt da wirklich jemand dran? Also Sex an der Uni…Ok, vielleicht in eigenartigen Psychologie-Seminaren, in denen das Sexualverhalten der menschlichen Gattung verbal unter die Lupe genommen wird. Aber so richtig live und in Farbe? Das übersteigt selbst meine sonst so blühende Phantasie. Und damit wären wir auch schon bei Episode 2 der tausend Gründe, warum Chrissi’s World in letzter Zeit so träge daher kommt: Diverse Themen wollen recherchiert werden. Aktuell: der besagte Uni-Sex. Was mir zu dem Thema und zu Männer und Frauen im Allgemeinen so spontan aus der Feder geflossen bzw. in die Tasten gefallen ist, lest ihr hier…
Übrigens: Gegenmeinungen, „Erfahrungsberichte“ etc. sind mehr als willkommen!

Gibt es eigentlich irgendwas, das über Männer und Frauen noch nicht gesagt wurde? Er vom Mars, sie von der Venus, er kann Einparken, sie Multi-Tasken. Schon klar! Aber hilft das wirklich, den Anderen zu verstehen? Nein. Das andere Geschlecht – es ist und bleibt ein Mysterium. Wo genau liegt noch mal die Faszination beim Fußball? Außer dem Trikot-Tausch will mir da beim besten Willen nichts einfallen. Und warum erfinden Männer die unmöglichsten Dinge? Dass der Minirock, hochhackige Schuhe mit Pfennigabsätzen und der Tanga nur auf dem Mist von Männern gewachsen sein konnten, erstaunt mich wenig. Doch was zum Teufel hat sich dieser Newton eigentlich gedacht, als er die Differential- und Integralrechnung entwickelte? Und wozu brauchen wir eine Playstation, Herr Kutaragi?

Die Beziehung zwischen Mann und Frau – dagegen ist das Aufbauen einer Ikea-Küche ein Klacks. Einfach war das höchstens noch in der Grundschule: Er hat ihr seine Pausenmilch geschenkt, sie hat ihn beim Diktat abschreiben lassen und die Sache war geritzt. Doch diese Zeiten sind vorbei und seither frage ich mich, wann er war – dieser Zeitpunkt, als die Regel „Wenn wir uns geküsst haben, sind wir auch zusammen“ plötzlich nicht mehr galt. Mein engelsblonder unschuldiger Schwarm von damals ist inzwischen zum Schürzenjäger mutiert, hat sich seinen BMW tiefer legen lassen und statt Benjamin Blümchen hört er jetzt Scooter. Eine äußerst fragwürdige Entwicklung, die dazu geführt hat, dass wir inzwischen etwa so viel gemein haben wie Spongebob mit einem handelsüblichen Küchenschwamm.

Aber Gemeinsamkeiten – genau die braucht es laut Forschern für eine funktionierende Beziehung. Von wegen Gegensätze ziehen sich an! Aber Gleichgesinnte soll es an der Uni ja jede Menge geben und angeblich rekrutieren Studenten den Partner fürs Leben mit Vorliebe zwischen Hörsaal und Mensa. Für die ersten fünf Minuten Gesprächsstoff ist dann schon mal gesorgt. Im besten Fall kennt man dieselben Profs, über die man sich das Maul zerreißen kann und im Notfall wird über die Qualität des Mensa-Essens philosophiert. Doch soweit muss es dann doch erstmal kommen. Denn sind wir mal ehrlich: All die Klischeevorstellungen, dass im Seminar plötzlich der Traumprinz neben einem sitzt und den Stift aufhebt, den man gerade – natürlich ganz zufällig – fallen lassen hat, ist eben doch nur ein Klischee beziehungsweise Wunschdenken. Und wenn im eigenen Studiengang kein potentieller Deckel zum eigenen Topf herumrennt, sind auch diverse Fachschaftspartys kein lohnenswertes Jagdrevier mehr.

Ohnehin haben wir abseits von Vorlesungen das „ignonrant aneinander vorbeirennen“ perfektioniert. Schließlich sind wir viel zu beschäftigt damit, nach der S-Bahn zu rennen, noch schnell in den Aufzug in die vierte Etage zu springen oder uns um den Kaffeeautomaten zu drängeln, um nach der letzten vollen Milchpackung zu suchen. Dass in solchen Situationen wirklich Romantik aufkommen könnte, scheint unwahrscheinlich.

Sehen wir der Realität ins Auge: Die Uni hat genauso viel Sexappeal wie weiße Frottee-Socken im Bett – nämlich gar keinen. Das einzige, das hier kribbelt, sind im höchsten Fall noch die toxischen Mischungen in den Reagenzgläsern der Chemiestundenten. Oder will mir ernsthaft jemand weismachen, die schmutzigen Toiletten, hölzernen Vorlesungsbänke oder von Studenten überfüllten Grünflächen animieren zum gepflegten One-on-One? Und was die berüchtigten Techtelmechtel zwischen Professoren und Studentinnen angeht: Also entweder muss ich an meinem nichtvorhandenen Vaterkomplex arbeiten oder an meinen Vorlesungen – oder eben an beidem. Aber mal im Ernst: Intelligenz soll so manchen Mann ja schon attraktiver erscheinen lassen, als er dann tatsächlich ist, aber den eigenen Professor? Hell no! Dann doch lieber den Stift – wirklich ganz zufällig – fallen lassen und ihn selber wieder aufheben müssen.

Bildquelle: photocase

Kategorien: Männer · Uni · women

1 Antwort bis hierher ↓

  • thearcadier // Juni 16, 2009 um 3:57 | Antworten

    „Mein engelsblonder unschuldiger Schwarm von damals ist inzwischen zum Schürzenjäger mutiert, hat sich seinen BMW tiefer legen lassen und statt Benjamin Blümchen hört er jetzt Scooter. Eine äußerst fragwürdige Entwicklung“

    Ich glaube, die Entwicklung wäre noch viel fragwürdiger, wenn er immer noch Benjamin Blümchen hören würde und ein tiefergelegter BMW…ey krass Alda, so muss das^^

    Gerade bei Herumrennen stimme ich Dir verdammt zu. Manche schaffen es vor lauter Rennerei nicht mal einen zu grüßen, obwohl sie einem ins Gesicht schauen, das ist schon einigermaßen verstörend. Und Sex mit Professoren? Hm, also ich bin ja nen Kerl, vielleicht nicht immer ganz normal, aber da bin ich doch eher konservativ. Und weibliche Dozenten…

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